Einzelhandelsmarketing: Wie Frauen das Handy zum Einkaufskorb machen

Einzelhandelsmarketing: Was müssen Shopbetreiber über die Zielgruppe Frauen wissen?

Einzelhandelsmarketing: Was müssen Shopbetreiber über die Zielgruppe Frauen wissen?

In der heutigen Zeit, wir kennen es wohl alle selbst, findet die Shoppingtour zunehmend online statt – ganz bequem vom heimischen Sofa aus. Online-Shops – ob mobil oder per Desktop besucht – sind vor allem im Bereich Mode die erste Anlaufstelle für die Frau von heute. Als PR- und Social-Media Agentur mit besonderer Frauenkompetenz interessiert uns: Was genau weiß man schon über das Einkaufsverhalten der Frauen im Netz? Was dürfen Online-Versandhändler in ihrem Shopmarketing und bei ihrer User Experience (UX) nicht vergessen, was können sie eher lassen? Auch zukünftige Trends im mobile Shopping, die für das Shopmarketing wichtig sind, haben wir gefunden.

Erste Priorität: Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit

Laut der Studie „kauFRAUsch 2015“ von der Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH (GIM) ist die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit der Online-Shops für deutsche Frauen besonders wichtig. Große und bekannte Online-Versandhändler wie Amazon oder Zalando versprechen diese gesuchte Zuverlässigkeit. Auch die Auswahl an Produkten ist vielfältig, mit dem Bezahlsystem sowie Versand- und Rücksendebedingungen sind die Kundinnen bereits vertraut und das Layout des Shops beruht auf gelernten Nutzungsverhalten.

Trotz des steigenden Trends des mobilen Shoppings bevorzugen Frauen – vor allem wegen der Sicherheit – den Laptop für länger geplante und teure Einkäufe oder für Käufe auf unbekannten Internetseiten. Durch die größere Shop-Ansicht und das einfache Bedienen des Laptops fühlt frau sich hier wohler. Das Smartphone wird demnach eher für spontane und günstige Einkäufe genutzt oder dient der Inspirationssuche. Dennoch steigt die Bedeutung des Smartphones beim Fashion-Kauf. Das analysierte der ECC Köln in Zusammenarbeit mit dem Online-Shop HSE24 2016 in ihrer Studie „Mobile Fashion Shopping – Was Frau anzieht“. Deshalb sollten Betreiber von Onlinestores bei ihrem Shopmarketing darauf achten, dass ihr Shop auch in einer mobilen Ansicht benutzerfreundlich ist.

Auf die Suche nach Objekten der Begierde begibt sich frau in erster Linie im gewählten Online-Shop selbst. An zweiter Stelle folgt die Google-Suche nach dem gewünschten Artikel. Achten Sie als Online-Versandhändler folglich darauf, Informationen, die Sicherheit hinsichtlich des Zahlungsverkehrs und des Versandablaufs vermitteln, möglichst auffallend zu kommunizieren. Lassen Sie vertrauenserweckende Zertifikate, Siegel, bekannte Kooperationspartner und Testberichte hervorstechen! Denn 50 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer nutzen nach einem positiven Einkaufserlebnis den Onlineshop noch einmal.

Der multi-funktionale Warenkorb

Der Warenkorb dient der einkaufsbereiten Frau als Wunschzettel und wird zum Treffen einer Vorauswahl benutzt, die später noch einmal kritisch beäugt und aussortiert wird. Frau verschafft sich im Warenkorb einen Überblick ihrer potentiellen Shoppingausbeute, um die finale Kaufentscheidung noch einmal gründlich zu überdenken. Auch die Preisentwicklung der Produkte wird im Warenkorb gerne langfristig beobachtet, sowohl von Studentinnen als auch von Frauen, die bereits fest im Berufsleben stehen. Der Warenkorb eines Online-Shops ist ein wichtiger „Parkplatz“ und Entscheidungshelfer.

Für Ihren Shop ist es deshalb unabdingbar, die Funktionen des Warenkorbs den eben genannten Ansprüchen der Einkäuferinnen anzupassen. Elementar ist hierbei die automatische Speicherung des Warenkorbinhalts über mehr als nur ein paar Stunden hinweg. Andernfalls wären all die Mühen der Shopping-Vorarbeit umsonst gewesen! Produktempfehlungen nahe an der Warenkorb-Übersicht zu platzieren, erweist sich ebenfalls als sinnvoll. An dieser Stelle werden sie besser von Käuferinnen wahrgenommen.

Information vor Inspiration

Beim Durchforsten eines Online-Stores folgen Frauen ihrem eigenen bewährten Muster. Die Blogs und Magazine der Shops dienen den Einkäuferinnen in den seltensten Fällen als Inspirationsquelle oder Ausgangspunkt ihres Online-Streifzugs durch die Modewelt.

Routiniert scrollen die Frauen über die Produktansichten, treffen eine Vorauswahl. Erst dann – nach der Vorauswahl auf den einzelnen Produktseiten – unterstützen Inhalte wie Tragebeispiele, Kombinationsmöglichkeiten und ergänzende Produkte die Käuferin bei der Kaufentscheidung.

Mit der wachsenden Bedeutung des Smartphones beim Fashion-Shopping spielen auch Social Media Kanäle eine größere Rolle. Mobile Einkäuferinnen nutzen soziale Netzwerke ausgiebig für Anregungen. Auf Platz eins steht hier Facebook. Die Plattform dient 77 Prozent der Frauen als mobile Fashion-Hilfe. Youtube nimmt mit 66 Prozent Platz zwei ein. Hier berichten Blogger in Videos von ihren letzten Einkaufstouren. Danach folgt WhatsApp, über das frau sich während des Kleidungskaufs von Freunden beraten lässt. Auch Blogs und Instagram werden zunehmend als Ideengeber genutzt. Da Frauen meistens Influencern folgen, deren Geschmack sie teilen, werden durch die Inspirationssuche häufig Käufe ausgelöst.

Mann und Frau als Shopping-Team

In Partnerschaften kommen Frauen und Männern beim Online-Shopping von Produkten für den Familienbedarf, wie Möbeln, Fernseher oder kleineren Geräten, wie einem Fön, die Stärken ihres jeweiligen Einkaufverhaltens zugute. Frauen haben einen Blick dafür, was konkret im Haushalt gebraucht wird, und treffen, beispielsweise im Warenkorb, eine Vorauswahl. Im Anschluss daran erkundigen sich Männer detailliert über die einzelnen Güter sowie Testberichte darüber.

Schlussendlich entscheidet das Paar bei 80 Prozent aller Käufe gemeinsam. Diese Teamarbeit tritt besonders bei kostspieligen, größeren Anschaffungen zu Tage. Auch Kinder werden in den Entscheidungsprozess mit einbezogen, sofern sie vom Kauf auch selbst betroffen und alt genug sind. Synchronisierende Warenkörbe dank einer Multi-Device-Strategie sind beispielsweise perfekt für solch einen fragmentierten Shoppingprozess.

Generell nutzen Frauen Onlineshops eher für den Kauf von Kleidung. Männer dagegen kaufen öfter Technik online ein. Die aktuelle Studie „Zukunft des Einkaufens – heute und 2030“ von Comarch und Kantar TNS zeigt, dass beide Geschlechter zukünftig mehr online einkaufen wollen.

Noch sind Männer etwas offener als Frauen für Smartphone Apps. Dennoch lohnt es sich, an zukünftigen mobilen Fashion-Trends anzusetzen, da viele Frauen davon nicht abgeneigt sind. Apps sind beliebt, da sie die Nutzung eines Online-Shops auf dem Handy erleichtern. Mit Rabatten und Personalisierungen können Apps besonders punkten. Zudem besteht ein Interesse an Augmented Reality. Eine virtuelle Anprobe soll Fashion-Shopperinnen bei der Entscheidung helfen. Sowohl Männer als auch Frauen wollen Kleidung gerne vor dem Kauf anprobieren. Gamification im Fashion-Bereich ist für Frauen vorstellbar, solange sie dadurch Vorteile ziehen, wie zum Beispiel Rabatte. Anders ist es bei der Beratung über den Messenger. Der Echtzeitkundenberatung stehen einige Frauen noch skeptisch gegenüber. Doch da diese Technik das Potenzial bietet, kundenorientierter umgesetzt zu werden, wird sie in der Zukunft vielleicht doch für die Fashion-Shopperinnen interessant.

Von Ulrica Griffiths, Sabine Lockenvitz und Karla Loeffelholz

email

Text in: Englisch

Shortlink:

» Alle Nachrichten (DE) | » All new items (EN)

Weitere Postings dieser Kategorie: / More posts from this category: